LeseZeit: „Der Zirkel der Literaturliebhaber“

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Ausgezeichnet mit dem Internationalen Literaturpreis 2020

Eine Zeitreise in die sechziger Jahre des iranischen Schah Regimes und gleichzeitig in den privaten Kreis iranischer Literaturliebhaber, die sich treffen um Gespräche über die Poesie und die Wirkung der Literatur zu führen.

Der Autor Amir Hassan Cheheltan erlebte die Iranische Revolution als junger Mann. In „Zirkel der Literaturliebhaber“ blickt er zurück auf die eigene Kindheit und Jugend und gewährt uns einen privaten Blick hinter die Tore seines Elternhauses.

Jeden Donnerstag erscheinen acht Gäste, um mit den Eltern und später auch mit Cheheltan selbst über Literatur zu sprechen. Die Anwesenden behandeln vorzugsweise die klassische persische Literatur – über Rumi, Hafis, Saadi, Ferdowsi und viele andere.

Über Jahre halten diese Treffen an und eröffneten dem Protagonisten einen Raum der Sprache, der Poesie und der Interpretation. Und sie öffnet einen neuen Horizont, was die großen Themen des Lebens und des Geistes anbelangt.

Die Treffen verbinden die Teilnehmer, verstrickten sie aber auch miteinander, weil das Regime seine Tentakeln bis in ihren Zirkel hinein ausstreckt.

Chehaltans Roman liest sich wie eine Mischung aus Autobiographie und fiktionalem Erinnerungsroman.

Das Buch erscheint bisweilen recht literaturtheoretisch und doch gibt er einen einzigartigen, empathischen und verlockenden Einblick in eine andere Welt: Teheran als einzigartige Kulturstätte und gleichzeitig als Schauplatz von Macht und Repression.

Der Roman zeigt die Kraft der Bücher, die in Zeiten von Krieg und Krise einen sicheren Rückzugsort zu bieten vermögen.

„Der Balzac Irans (…) Der Autor schildert, unbestechlich, ironisch und kunstvoll, die Verrohung der Menschen in einem unmenschlichen System. Einer der essenziellen Romane des 21. Jahrhunderts (…) so spannend wie kundig.“

Mathias Schnitzler, Berliner Zeitung

Der Zirkel der Literaturliebhaber

In seiner dichten und detaillierten Erzählung kehrt Amir Hassan Cheheltan immer wieder zu dem Zirkel der Literaturliebhaber, den Gesprächen über die Poesie, der Rolle seiner Eltern, den Impulsen für die eigene Lektüre und der Wirkung der Literatur zurück. Denn diese ist älter, weiser, komischer, subversiver und sexuell weitaus freizügiger, als die offizielle Sittenlehre und die gesellschaftlichen Zwänge es dulden wollen.

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